MOUNTAINBIKEN

 

Im Juli habe ich entschlossen das Mountainbiken anzufangen. Wir kauften mir ein gebrauchtes Merida Carbon-Fully und schon ging es los. Ein Fully ist ein vollgefedertes Bike, es gibt auch noch andere wie die Hardtails, das jedoch nur vorne gefedert ist und in den Trails meist nicht ganz so praktisch ist. Marci hat schon in jungen Jahren mit dem Hobby angefangen, witzigerweise hatten wir nie darüber nachgedacht es gemeinsam auszuleben. Fahrrad fahren war für mich immer etwas Langweiliges, auf dem Dorf fuhr ich oft mit meiner Familie, doch nur auf Wegen niemals einen Trail ich wusste zu der Zeit noch nicht einmal was das ist. Ein gemeinsamer Freund brachte uns zuletzt wieder darauf. Seine Freundin und ich hatten fast zur gleichen Zeit mit dem Hobby angefangen, was mir viel Sicherheit gibt, den dann ist die Überwindung einen Trail zu fahren nur halb so groß.

 

Ein Singletrail ist ein Pfad, auf dem man nicht nebeneinander fahren kann. Es ist ein angelegter Weg auf dem man zum Beispiel im Wald mit dem Mountainbike über Wurzeln und kleine Sprünge fahren kann.

 

Mir fällt es immer noch schwer die richtige Linie zu fahren und enge Passagen kann ich überhaupt nicht fahren. Aber Übung macht den Meister. Wichtig ist es an seinem Gleichgewichtssinn zu arbeiten. Ich machte zuletzt meine ersten Sprungversuche und muss gestehen es sieht einfacher aus als gedacht. Beim Mountainbiken geht es um viel Technik und die richtigen Bewegungsabläufe, aber ich gebe nicht auf und versuche es weiter, irgendwann einmal schaffe ich die Sprünge schon noch, bis dahin heißt es trainieren, trainieren, trainieren.

Beim Mountainbiken geht es um Kondition, Ausdauer und Mut. Man muss sich oftmals überwinden um an einer steilen Wand herunterzufahren, einen Sprung zu wagen, oder enge Passagen auszufahren. Man darf am Anfang nicht zu viel von sich erwarten, sonst stürzt man schneller als erwartet, da spreche ich wirklich mal aus Erfahrung. Meinen ersten und bis lang noch meinen einzigen Sturz hatte ich als ich einen kurzen steilen engen Abhang hinunterfuhr. Im Normalfall hätte ich diesen gut geschafft, doch ich dachte nicht daran mein Gewicht nach hinten zu verlagern und viel vorne über. Ich fiel auf meinen Oberkörper, wodurch mir die Luft wegblieb und die Tränen in die Augenstiegen. Mehr vor Überraschung und Schock als Schmerz. Der Schmerz kam erst später und ging einige Tage lang. Aber das gehört dazu. Das allerwichtigste dabei ist danach nicht aufzugeben und sofort weiterzufahren, bevor die Angst überhandgewinnt. Desto länger und öfters man fährt, desto sicherer wird man. Ich traue mich mittlerweile mehr als noch vor ein paar Wochen.

 

Die Trails machen unheimlich viel Spaß da sie nie gleich sind und immer andere schwierigere Stellen haben. Langsam versuchen wir mehr auf die Technik zu achten, mal einen Bunnyhop hinzubekommen, das ist ein Sprung bei dem man erst das Vorderrad und dann das Hinterrad anhebt, klingt um einiges leichter als es wirklich ist.

 

Das Mountainbiken macht mir richtig Spaß und ich hoffe im Sommer nochmal mehr fahren zu können und auch besser zu werden. Es ist ein Hobby mit viel Adrenalin kitzel, Technik und Kondition. Wir haben auch nächstes Jahr überlegt einmal in einen Bikepark zu gehen.

Mir fehlt zwar die Erfahrung aber ich bin sehr motiviert, oder wie alle andern sagen sehr verrückt da ich doch sehr viele Trails versuche, ohne Grundkenntnisse und ohne große Angst davor. Meine Meinung dazu ist, wer nicht wagt der nicht gewinnt. ✌️