SÜD-SCHWEDEN

                                                                                                                                                                       

 

Schweden hat diese wundervolle Regelung, das man Wildcampen darf, dort wo kein Schild steht, dass es Privatgrundstück oder in der Nähe eines Campingplatzes ist, darf man sein Zelt aufschlagen. Wir fuhren so oft an einen verlassenen See mit einem Steg auf dem Marci versuchte zu angeln und ich mich mit einem Buch und auf eine Decke legte. Ab und zu war mal ein einzelnes anders Fahrzeug dort, was einen aber auch nicht weiter stört. Wir übernachteten auch oft auf Campingplätze wegen den Sanitäranlagen und meist sogar den schönsten Stellplätze. Oft sind die Campingplätze direkt an einem See oder wie auf der Insel Tjörn am Meer. Für Campingliebhaber ist es das perfekte Land. Wir fuhren in Tjörn mit einem kleinen Boot auf einen See und versuchten erneut unser Glück mit dem Angeln. Marci hatte sich eine Lizenz geholt, doch hatten wir den ganzen Urlaub über kein Erfolg, was uns im Grunde nicht weiter störte. Wir wanderten viel, einmal in einem National Park mit Klippen am Meer und ein weiteres Mal liefen wir auf einen kleinen Aussichtspunkt mitten in der Natur, wo wir den Wald und das Meer sehen konnten. Dort nahmen wir uns vor erneut nach Schweden zu reisen aber dieses mal dann bis ganz hoch in den Norden, um noch mehr von der Natur zu sehen.

 

Ich plane immer wochenlang vor der Abreise unsere Route für den Road Trip, dabei geht es nicht darum jeden Tag komplett durchstrukturiert zu haben, sondern um die schönsten Flecken des Landes nicht zu umfahren, sondern sie auch zu sehen. Viele Tage bleiben dann auch einfach mal ungeplant um die Umgebung zu besichtigen oder auch mal um einen Tag länger zu bleiben, wenn es uns an einem Ort gut gefällt. Meine Erfahrung ist das die besten Dinge immer ungezwungen und spontan passieren.

 

Nachdem wir über die Fähre von Travemünde nach Malmö übergesiedelt sind, fuhren wir mit unserem Auto und dem Dachzelt weiter nach Kulllaberg, einen wunderschönen Nationalpark mit Klippen und Blick auf das Meer. Danach ging es weiter nach Göteborg und wieder weiter nach Skärham und Kyrekesund, dass beides auf der Insel Tjörn liegt. Auf der Insel fanden wir einen schönen Campingplatz mit einem eigenen Steg, auf dem wir lange Zeit saßen, während ich ein Buch laß versuchte Marci vergeblich einen Fisch zu angeln. Von dort aus fuhren wir in das einzigartige Städtchen namens Smögen, das ihr unbedingt besuchen solltet schon alleine wegen den kleinen bunten Fischerhäuschen. Wir übernachteten mal einsam und alleine an einem abgelegenen See oder auf kleinen Campingplätzen die es in Schweden wie Sand am Meer gibt. Wir haben keinen einzigen Campingplatz vorgebucht, sondern sind jeden Tag aufs Neue auf die Suche neuer Plätze gegangen und haben und von der Umgebung überraschen lassen. In Schweden gibt es viele öffentliche Mülleimer an Seen und sogar an abgelegenen Orten und meist sogar eine Toilette in einer Holzhütte.

 

Bitte achtet darauf keinen Müll zu hinterlassen, damit Wildcamping auch weiterhin in Schweden erlaubt ist!

 

Von Smögen aus ging es dann weiter nach Båstnäs einem Autofriedhof wo man Oldtimer auf dem ganzen Gelände sehen kann wie sie dort ihre letzte Ruhe fanden. Danach fuhren wir weiter nach Gråborg zu einer schönen alten Ruine in der Nähe gibt es einen Hofladen, der sehr zu empfehlen ist, ein großer Vorteil darin ist das man auch mit Karte bezahlen kann, falls man das Bargeld vergessen hat. Nach Gråborg gelangt man nur über eine große Brücke da sich dieser Ort auf der schwedischen Insel Öland befindet. Wir fuhren die Insel ab und sahen dort die Mühlen in Lerkaka die aufgereiht in einer Reihe stehen. Am Ende der Reise durch Öland sahen wir uns die Steinformationen von Gettlinge Gravfält an. Von dort aus kann man die Küste wieder hinunter zu Malmö fahren und mit der Fähre übersiedeln nach Deutschland. Zwischendurch fanden wir ein paar einzelne Orte oder Nationalparks, die uns sehr gefielen und auch Campingplätze doch da wir diese spontan sahen kann ich leider nicht sagen, wie sie hießen. Mein Rat ist es die Augen offenzuhalten und auch mal vom geplanten Weg abzukommen und sich umzuschauen ihr wärt überrascht wie viele schöne Dinge man noch sehen kann, ohne die Route abzufahren, die man sich vorgenommen hat.

 

 

Insel Tjörn

Wir sahen leider oder auch ein Stück weit zum Glück keine Elche in freier Wildbahn. Vor allem Nachts hatte ich ein mulmiges Gefühl im Bauch und rechnete jeden Moment damit das mir eines dieser riesigen Tiere vor das Auto rennen würde. Ein Reh ist nichts im Vergleich zu so einem Elch, wenn er einem in die Windschutzscheibe fliegt, aber zum Glück hatten wir keine solche Unfälle.
Als Trost gingen wir auf eine Elchrange und sahen uns diese wunderschönen Tiere dort von nahem an. Das Gehe war nur mit Baumstämmen gezäunt und die Fläche auf der diese Tiere lebten war riesig. Sie sahen zufrieden aus und waren unter vielen Artgenossen. Wir durften die Tiere mit Zweigen füttern und es traute sich sogar ein Jungtier zu uns heran. Es war schon interessant diese Tiere mal in voller Größe vor sich stehen zu sehen, mit diesen langen Beinen und dem großen Fell-bedeckten Geweih.

Wir fuhren weiter nach Bastnäs das in der Nähe des kleinen schwedischen Ortes Töcksfors liegt. Es liegt an der Grenze zu Norwegen und hat nur wenige im Wald verstreute typische Holzhäuser. Über lange Feldwege, von denen man denkt sie Enden irgendwann einmal im nirgendwo fuhren wir immer weiter in den Wald. Über weite meist auch unbefestigte Schotterstraßen, bis man am Autofriedhof in Bastnäs ankommt.

Für einen Autojunkie wie uns war es schön und gleichzeitig unglaublich traurig diese Oldtimer so über das Gelände verteilt verwahrlost stehen zu sehen. Über das gesamte Gelände sind VW Käfer, alte Daimler und Volvos verteilt. Es ist ein perfekter Ort um Bilder zu machen und die rostigen Karosserien zu bewundern. Im Wald sind die meisten Schätze zu sehen. Mehrere Fahrzeuge übereinander gestapelt. Man erkennt sofort das sich der Wald den Platz wieder zurückgeholt hat. Dir kleinen Bäume sind inmitten von Fahrwerksfedern und die pflanzen wachsen um die Karosserien herum. Alte Busse wie auch Motoren liegen herum. Es sind über 1000 Autos die dort schon fast seit über 50 Jahre meist liegen und auf ihren Verfall warten. Bastnäs war einst eine Werkstatt zweier Brüder als sie aufhörten, blieben die Fahrzeuge einfach an Ort und Stelle. Die Natur hatte sich dadurch jedoch nicht gestört gefühlt. Viele Fahrzeuge stehen in weit hochgewachsenem Grad und wieder andere haben einen Baum inmitten dort wo einmal der Motor war. Es ist ein wunderschöner Anblick von Natur und Autos im Einklang.

Der Road Trip ging weiter über eine der schönsten Brücken, die ich je gesehen habe auf das Öland. Dort gibt es viele in Reihe oder auch außerhalb stehende Holzwindmühlen die wunderschön anzusehen sind. An anderen Orten stehen große Steine mitten in der Wiese oder auch an anderen Stellen in Schweden. Die Steine Bilden eine Formation, meist eine Kreis und sind oftmals zu erblicken.

 

Danach kamen wir zu einer kleinen Ruine der Sankt-Birgitta-Kapelle wovon nur noch zwei hohe Wände übrig sind. Dort gab es ein kleines Bauernlädchen in dem wir allerlei Seife, Schafsfelle und Haushaltsgegenstände sahen. Wichtig ist in Schweden, das man auch am letzten verlassenen Ort mit Karte und fast nur mit Karte bezahlen kann. Da ich selber eher zur Kartenzahlung tendiere da ich es nervig finde ständig zur Bank zu rennen da man heutzutage über Onlinebanking den vollen einblick über seine Finanzen hat, fand ich es wirklich Fortschrittlich und hilfreich, dass die Schweden fast kein Bargeld mehr verwenden, daran sollte Deutschland sich wirklich einmal ein Beispiel nehmen. Genau so wie bei dem Ausbau des Mobilfunks. Egal, ob wir auf einer Straße über Kilometer hinweg, mitten in einem Wald, oder auf einer Ruine waren. Wir hatten dauerhaft und ohne Unterbrechung Mobilfunkempfang. In Deutschland bricht auf einer Strecke von 20 km zur Arbeit mindestens 3 Mal der Empfang ab wenn man telefonieren möchte, für eines der fortschrittlichsten Länder Europas ist das wirklich ein Armutszeugnis.

 

In Schweden gibt es sehr viele alte Ruinen, die noch sehr gut intakt sind. Dort sieht man Kirchen- und Burgruinen. Meist kann man die Burgen auch besichtigen und sich gut ausmalen, wo einst alles gestanden hatte. Wir besichtigten vieler solcher Ruinen und auch ein nachgebautes Dorf der Wikinger und ähnliche Museen.

In Schweden aß ich größten Teils fisch. In kleinen Fischerdörfer wie in Smögen konnte man so viel Fisch kaufen und auch in den Restaurants immer gut essen. An einem Campingplatz waren wir einmal Stunden beschäftigt um frische Scampis auszunehmen, es kostete mich wirklich überwindung diese zu zerlegen da ich mich immer davor geeckelt hatte, aber ich nahm mich zusammen und half Marci dabei. Als wir sie anbrieten war die Ausbeute im vergleich zu vorher sehr mager aber der Geschmack wirklich einmalig.

In Schweden war das Wetter sehr abwechslungsreich. Mal hatten wir schöne warme sonnige Tage und mal war es wieder kalt und regnete sehr stark, aber darauf waren wir vorbereitet. Doch die Seen und die Fjorde waren es wert sich dem kalten Wind zu stellen. Die weiten aufs Meer, die kleinen einsamen Seen an denen wir Wildcampten und die National Parks sind einzigartig schön. Schweden ist ein wildes Land in dem man die freie Natur genießen kann.

 

Wir waren zufällig zur Zeit des Mittsommarfestes in Schweden. Als wir davon erfuhren, machten wir uns darüber schlau. Das Mittsommarfest ist jedoch wie die meisten Volksursprünglichen Feste ein Familienfest, das man fast ausschließlich mit der Familie Zuhause feiert. Doch wir fanden einen Rosengarten in Karlshamn, indem sie sangen, tanzen und einen Stamm aufstellten. Es war schön ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Die jungen Mädchen mit Blumengrenze im Haar zu sehen und die schönen Kleider. Wir sahen eine weile zu, wie die Leute feierten und liefen dann im Garten umher. Die Menschen picknickten in den Wiesen und aßen und tranken von den aufgestellten Ständen. Ich erfuhr, von einer alten Tradition, die besagt, wenn eine junge Frau sieben Wildblumen, die sie von sieben Feldern gepflückt hat, unter ihr Kopfkissen legt auf dem sie an Mittsommar schläft, wird sie im Traum ihren zukünftigen Ehemann sehen.